Spannungen

Körperliche und seelische Spannungssyndrome

 

Es gibt viele Krankheiten und Beschwerden, die sich, wenn man genau hinschaut, auf Spannungen körperlicher oder/und seelischer Art zurückführen lassen. Bei manchen Beschwerden ist dies schon sehr bekannt, bei anderen sind Sie vielleicht überrascht, sie hier zu finden.

 

Was ist Spannung?

Generell geht es um alle Erkrankungen und Beschwerden, die einhergehen mit Konflikten, Stress und Leistungsdruck, aber auch mit körperlichen oder sonstigen Kräften, die in unterschiedliche Richtung wirken.

 

Physik

Physikalisch betrachtet entsteht Spannung, ob nun elektrischer oder mechanischer Art immer dann, wenn zwei Dinge nicht miteinander die selbe Ladung haben oder sich nicht miteinander einhellig in die selbe Richtung bewegen, also eher die Regel als die Ausnahme. Deshalb ist es wichtig, zu lernen mit den Spannungen des Lebens umgehen zu können und bzw. sie aufzulösen.

 

Emotionen

Seelische Spannung nennen wir oft lapidar “Stress” und reden oft so, als ob er zwangsläufig zu unserem Leben dazugehören müsse. Dabei bedeutet der so genannte “Stress” meist eben nicht nur “viel Arbeit”. Man kann auch viel Arbeit haben und damit ganz glücklich, in Frieden und entspannt sein. Stress entsteht erst, wenn von uns mehr oder etwas anderes verlangt wird, als wir wollen oder (meinen zu) können. Oder er entsteht dadurch, wenn jemand, ob wir selbst oder jemand anderes, nicht damit zufrieden ist und es immer noch mehr oder anders sein sollte.

Es gehört also immer ein Konflikt hinzu, ob nun in uns selbst oder mit der Außenwelt

 

Körper

Die Strukturen in denen sich körperlich Spannung zeigt, sind in erster Linie die Muskeln und - weit weniger bekannt - das Bindegewebe (die Fascien). Aber auch die Verteilung von Körperflüssigkeiten und da sie auch immer gelöste, also auch gelandene Teilchen (Ionen) enthalten, auch elektrische Ladung können Spannung oder Druck erzeugen.

Dass durch Zugabe von Stresshormonen eine Kontraktion nicht nur von Muskeln, sondern auch der Fascien ausgelöst werden kann, ist inzwischen wissenschalftlich nachgewiesen.

Zur außerordentlichen und oft unterschätzten Bedeutung des Bindegewebes gibt es einen sehr eindrücklichen wissenschalftlich fundierten Film, den ich hier empfehlen möchte:

 

All diese Strukturen können akut oder auch chronisch angespannt sein bzw. kann deren Ent-/Spannung (Tonus) in einem unharmonischen Verhältnis stehen.

 

Körperlich kann dies dadurch entstehen, dass Kräfte in unterschiedliche Richtung wirken z.B.

  • nach oben / nach unten (Aufrichtung und Schwerkraft, unserer Beziehung zu
  • Himmel und Erde) oder
  • nach links / nach rechts (hat oft zu tun mit weiblichen und männlichen Anteilen in uns)
  • nach innen / nach außen (mit Bezug zum sich fühlen / sich zeigen, wirkt sich oft auf den Ausdruck von Stimme und Körpersprache aus)
  • nach vorne / nach hinten (Zukunft, Pläne, Welt / Ahnen, Vergangenheit, Herkunft).

Oder es gibt sozusagen Konflikte zwischen:

Haben wollen und Nicht haben wollen, gesuchter Nähe und Eigenständigkeit: das zeigt sich oft in einem Konflikt zwischen Beugen und Strecken, also darin dass beide Seiten angespannt sind, die der Beuge- und die der Streckmuskulatur, was z.B. oft beim Schulter-Arm-Syndrom oder der Frozen Shoulder zutrifft, aber auch häufiger sich bei Knieproblemen (Zu sich stehen, Eigenständigkeit, ...) zeigt sowie auch ganz oft zwischen Anspannen und Erschöpfung, Durchhalten und Loslassen. Stellen an denen sich solche Spannungen oft zeigen sind vor allem

  • der Nacken: Kopf hängen lassen wollen, aber nicht können,
  • der Rücken: sich nicht beugen oder nicht,
  • die Knie: in die Knie gehen oder nicht

 

Welche körperlichen Spannungs-Krankheiten gibt es?

Oft zeigen sich diese Spannungen zuerst in der Anspannung von Muskeln und Muskelgruppen und ihren umgebenden und sie verbindenen Fascien. Hierzu gehören auch Sehnen und Bänder.

Sehr verbreitet sind

  • Hals-Nacken-Schulter-Spannungen oder
  • eine verspannte Rückenmuskulatur.
  • Oftmals zeigt sich dieses in Schmerzen an diesen Stellen,
  • vor allem auch im Kreuz,
  • am Gelenk zwischen Kreuzbein und Hüfte/ Darmbein (ISG Gelenk, Ileosakralgelenk),
  • Ischiasbeschwerden,
  • Hexenschuß,
  • Muskelhartspann,
  • Myogelosen (das Bindegewebe verfestigt sich, es bilden sich “Gnubbel”, die sich durch einfühlsame Massage auflösen können).

Oft steckt hinter all dem auch ein Hüftschiefstand mit so genannter “Beinlängendiffererenz”, damit gerät die Wirbelsäule aus dem Lot und das ganze Bewegungssystem, es ist oft erstaunlich einfach, hier die Balance wieder herzustellen! Meist lässt sich durch Korrektur des Schiefstandes die Beinlänge wieder ausgleichen. Eine echte Längendifferenz der Beinknochen ist sehr selten und tritt z.B. auf, wenn ein Bein gebrochen war oder ein Gelenk eine Prothese erhalten hat.

Verbreitet ist auch das Schulter-Arm-Syndrom.

Auch viele neurologische Probleme bei denen Taubheit oder Kribbeln in einzelnen Körperteilen z.B. Händen entsteht sind oft erklärbar durch zu starke Muskel- oder Fascienspannung, wobei die verkürzten, verhärteten, verdichteten Strukturen an einer Engstelle auf einen Nerv drücken. Dies lässt sich meist sehr schnell herausfinden und oft auch dauerhaft lösen, wenn der Grund für die Verspannung lösbar ist.

Manchmal lässt sich vielleicht nicht so leicht die äußerlich sichtbare Ursache (Auslöser) lösen wie z.B. ein cholerischer Chef. Aber der Grund, warum uns sein Verhalten so sehr belastet und wie wir anders damit umgehen können, da sind oftmals noch Lösungen zu finden, die wir bisher noch nicht sehen konnten.

Ähnliche Ursachen psychosomatischer Art haben meist auch

  • nächtliches Zähneknirschen,
  • Kopfschmerzen,
  • Migräne,
  • Tinnitus.

 

Viele dieser Spannungen führen mit der Zeit zu Haltungsproblemen oder Gelenkfehlstellungen wie z.B.

  • ein zu starkes Hohlkreuz oder umgekehrt ein Flachrücken sowie
  • Rundrücken, “Witwenbuckel”, Schwanenhals, vorgeschobener Kopf bei Problemen mit der Balance zwischen hinten und vorne
  • ein- oder beidseitig vorgezogene bzw. einwärts gedrehte Schultern als “Schutzhaltung”
  • X- oder O-Beine durch zu starke Spannungsunterschiede zwischen der Innen- und Außenseite der Beine,
  • so genannte “schielende Kniescheiben” bei denen sich die Knie gegenseitig anzuschauen scheinen, statt nach vorne orientiert zu sein, sie ziehen oft viele Probleme nach sich
  • Hallux valgus und Fersensporn, Knick-, Senk-, Spreizfüße durch Probleme mit der Balance der Muskelgruppen in Füßen und Beinen,
  • angekrallte Zehen, weil der Schwerpunkt des Köpergewichts zu weit nach vorne verlagert ist.

 

Veränderung ist möglich!

Oftmals denken wir, “wir sind eben so” anstatt uns zu fragen, wie wir das machen, diese Haltung einzunehmen, welche Muskeln oder Fascien wir dabei anspannen und welche Emotionen dahinter noch zu verdauen sind. Probieren Sie es ruhig mal aus, Sie können alle diese “Haltungsfehler” absichtlich einnehmen. Alles, was sie tun können, können Sie auch lassen. Nur brauchen wir oftmals Hilfe dazu. Da sind nämlich oft die so genannten “Blinden Flecken” in uns aktiv und manche Spannung braucht eben doch eine zusätzliche physikalische Unterstützung, wie eine (Bindegewegs-)Massage, um die verkürzten, verhärteten Strukturen dauerhaft zu lockern und zu lösen.

 

Körperliche Spätfolgen von Spannungen

Durch jahrelange Spannungen entstehen Probleme bei der Ver- und Entsorgung der betroffenen Gebiete durch die Bahnen von Blut, Lymphe und Energie. Es entstehen Bindegewebsverhärtungen und Schlacken lagern sich im Bindegewebe, den Gelenken und Arterien ab. Durch diese schlechte Ver- und Entsorgungslage entstehen nun weitere Probleme wie z.B.

  • Karpaltunnelsyndrom,
  • Spinalkanalstenose,
  • Arthrose: nein, Abrieb und Verschleiß ist nicht normal, auch nicht im Alter. Denken Sie an einen Motor, wenn er wirklich glatt läuft und gut geschmiert ist, hat er eine hohe Lebenserwartung. Es gibt auch 80-jährige, die noch Marathon laufen.
  • Arthritis, Bursitis, Chrondritis etc. entstehen dann oft durch nachfolgende Entzündungen und Autoimmunreaktionen,
  • sowie auch schwerwiegende Erkrankungen der inneren Organe, weil der Stoffwechsel jahrelang aus der Balance war. So ist z.B. Krebs auch als Sauerstoffmangel im Gewebe mit nachfolgender Ausschaltung der Apoptose (sinnvoller, gezielter Zelltod) verstehbar. Der Körper schaltet ein Notprogramm ein, um den Stoffwechsel notdürftig zu regulieren. Auch mit Homöopathie und therapeutischen Begleitprogramm kann man hier oft noch viel erreichen (http://www.hahnemann-klinik-tuebingen.de).

 

Ernährung!!!

An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass auch die Ernährung einen großen Einfluss hat.

Tierische Eiweiße sollten bei chronischen Gelenkproblem zunächst probeweise gemieden werden. Oft hilft dies schon in wenigen Wochen oder Monaten. Durch unsere verbreitete Überernährung und zunehmend denaturierte Nahrungsmittel verstärken sich die Probleme des Immunsystems Fremd- von Eigeneinweiss unterscheiden zu können. Oftmals hilft da eine (gut informierte) teil- oder vollvegane Ernährung sehr gut.

Die möglichen Ablagerungen sind in der Regel Salze von Säuren, entstehen also auch durch Übersäuerung. Zu meiden wären dann vor allem Zucker, Kaffee, Kohlensäure und Fleisch - aber auch Stress und Ärger (wir sind “sauer”).

Es sollte aber auch betrachtet, werden, welche Ablagerungen tatsächlich entstehen. Auslöser können sein: Harnsäure aus zu viel Eiweiß in der Nahrung (Gicht, beginnt oft plötzlich und schmerzhaft am Großzehengrundgelenk), Oxalsäure (Spinat, Rhabarber), Calciumsalzen (Kalk) oder oder.

Ablagerungen sind oft Notlösungen des Körpers, der das Übermaß nicht mehr auf natürlichem Wege loswird. Abgelagert werden die Schlacken oft im Bindegewebe, an vernarbten Lymphknoten, an Gelenken, schlimmstenfalls in den Arterien und in der Niere.

Mithilfe einer angemessenen Diät sowie zahlreicher Mittel, Kräuter und Heilpilze können wir den Körper sehr gut bei seiner Entgiftung und Entschlackung unterstützen. Auch die Bindegewebsmassge unterstützt dies.

Es gibt einen Weg!

So ist es oft wichtig, viele Aspekte zu betrachten, um ein ganzheitliches Bild von den Beschwerden und ihren Gründen zu bekommen, um dann ein speziell zugeschnittenes Therapiekonzept mit Ihnen gemeinsam zu erarbeiten und sie auf dem Wege der Heilung zu unterstützen.

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