Blasen-Entzündung

Das Thema Blasenentzündung ist ein sehr komplexes Thema, bei dem viele Faktoren eine Rolle spielen. Da geht es um Infektionswege, um Hygiene, um Darmgesundheit und damit verbunden das Immunsystem, daher auch um Ernährung. Es geht um Milleu, Mikroklima und Wärmehaushalt. Und nicht zu letzt geht es auch in den allermeisten Fällen um seelische Aspekte, auch und gerade, weil diese oft sehr unbewusst sind.

 

Manche Leute gehören zu den Glücklichen, die nur selten ihrem Leben einmal eine Blasenentzündung durchgemacht haben, meist nach einem Erlebnis von Erkältung, Durchnässung oder Unterkühlung. Mit einer ordentlichen Portion Blasentee, viel Wärme und ein paar Tage Ruhe lässt sich dies meist folgenlos auszukurieren.

In den seltensten Fällen, wenn tatsächlich eine Nierenbeckenentzündung droht oder eingetreten ist, ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig. Leider werden Antibiotika immer noch zu oft verordnet. Bei fast jeder Antibiotika-Einnahme leidet auch an anderes Stelle ihre normale und gesunde Besiedelung mit freundlichen Bakterien mit. Insbesondere im Darm und in der Scheide. Nach jeder Antibiotika-Einnahme sollten Sie jedenfalls ihre Darmflora und als Frau am besten auch ihre Scheidenflora mit Probiotika aufpäppeln. Dies ist meist schon die beste Vorbeugung gegen eine erneute Blasennentzündung oder andere Infektionen.

Wenn Sie öfter Infektionen haben, lassen Sie doch einmal beim Heilpraktiker anhand einen eingeschickten Stuhlprobe einen Darmcheck machen. Wie die Darmflora zusammengesetzt ist, was fehlt oder zu viel zu finden ist, ob die Verdauung tatsächlich gut funktioniert oder das Immunsystem der Darmschleimhaut (sekretorisches Immunglobulin, s-IgA) nicht gut genug aufgestellt ist, lässt sich so leicht feststellen und auch mit Naturheilkunde meist beheben oder bessern.

Bei einem Mangel an s-IgA sind sämliche Schleimhäute, auch die von Scheide und Blase nicht gut gegen Keime geschützt. Sehr hilfreich kann daher hier auch sein, beim Sex Kondome zu benutzen, weil sie die Scheide tatsächlich recht effektiv vor Keimen schützen. Außerdem betrachtet der Körper Sperma natürlicherweise ersteinmal als Fremdeiweiß, das bekämpft und entfernt werden muss. Hierbei kann die Scheidenschleimhaut daher eine Menge s-IgA verbrauchen, dass dann in Scheide, Blase oder Darm zur normalen Infektabwehr fehlt.

Interessant fände ich die Frage, ob das Sperma nicht auch anders auf eine gesunde Weise verbraucht werden könnte, z.B. durch die normale Scheidenflora oder zusätzliches Einführen von probiotischen Zäpfchen mit Milchsäurebakterien in die Scheide. Darüber würde ich mich gerne mal mit einem Mikrobiologen unterhalten.

Was die Darmflora am meisten durcheinanderbringt ist ansonsten einseitige Ernährung, z.B. mit einem Übermaß an Fastfood, Mehlprodukten oder Zucker. Dies sollten sie also bei deiner Blasenetnzüdnugn auch meiden  und lieber vitamin- und nährstoffreiche Ernährung mit dem Schwerpunkt Gemüse zu sich nehmen.

Das ist den meisten Leuten bewusst: Warmhalten ist wichtig für dei Harnwege, vor allem der Füße, Beine, Sitzfläche, Po und des unteren Rückens. Also gut warm anziehen, Hemden und Hosen nicht zu kurz. Hier bilden sich sonst Kältebrücken. Gerade an den Nieren sind wir besonders gegen Kälte empfindlich, außerdem am Hals und an den Hand- und Fußgelenken. hier verlaufen die Adern sehr oberflächlich und der Körper verliert schnell Wärme, wenn sich das Blut durch Kälte an diesen Stellen den Körper verstärkt auskühlt. Achten Sie aich vor allem darauf, nicht auf einem kalten Stein (o.ä.) zu sitzen, nicht im nassen Bikini bleiben, auch nasse Füße und Beine sollten Sie besser schnell wieder trocknen.

Aber wussten Sie auch dies? Wenn Sie zum Frösteln neigen, ist nach Ansicht der traditionellen chinesischen Medizin auch wichtig, auf die Temperaturqualiät der Ernährung zu achten. Kühlend wirkt rohes und wasserreiches Obst und Gemüse, wie Tomaten, Gurke, Melone sowie Zitrusfrüchte. Wärmend dagegen kalorienreichere Gemüsesorten wie Pastinak, Karotten und Kartoffeln. Auch Gewürze wie Ingwer, Zimt, Kardamom und Piment wirken wärmend. Wenn ihr Wärmehaushalt nicht gut ausbalanciert ist, lohnt es sich, sich ein Kochbuch oder eine Tabelle über 5-Elemente-Küche zuzulegen. Mit ganz einfachen Mitteln lässt sich hier oft helfen.

Es gibt zahlreiche Lebensmittel, die eine desinfizierende Wirkung auf die Harnwege haben, wie z.B. alls was schwefelhaltig-scharf ist, wie Meerettich, Radieschen, Rettich, Zwiebeln, Knoblauch, Bärlauch, Kapuzinerkresse usw. Auch hiermit kann man sich oft sehr gut helfen. Wenn es ihnen schwerfällt größere Mengen davon zu verzehren oder ihr Magen dies nicht verträgt, gibt es solche Präparate natürlich auch in Form von Tabletten, Kapseln oder Kräuterelexier. Nach dem Essen einnehmen schützt auch den Magen vor der Schärfe.

Sehr hilfreich ist insbesondere bei immer wiederkehrenden Harnwegsinfektionen die Aromatherapie. Ihr/e Heilpraktiker/in hilft ihnen sicher gerne dabei, die passenden Aromaöle herauszufinden. Man kann sie verdünnt in Wasser einnehmen oder auch die Blase von außen mit den in Öl verdünnten Aromaelexieren einreiben. Für die Scheidenschleimhaut ist Aromatherapie meist zu intensiv und kann reizend wirken.

Trinken ist natürlich auch ein wichtiger Aspekt. Nach Tagen an denen wir zu wenig getrunken haben und zu selten auf dem Klo waren, kann eine Blasenentzündung bei weiteren Risikofaktoren ihren Anfang nehmen. Eine Daumenregel besagt, der Mensch braucht, wenn er keine sehr anstrengende Arbeit macht oder großer Hitze ausgesetzt ist pro Kilogramm Körpergewicht etwa 30ml Wasser am Tag. Mit 33 kg braucht ein Kind also einen Liter, bei 50kg braucht ein Mensch anderthalb Liter, bei 67kg 2 Liter und bei 100 kg 3 Liter. Bei einer akuten Blasenentzündung dürfen sie gerne auch ein paar Tage das Doppelte trinken. Mehr halte ich persönlich für übertrieben.

Wenn Sie nur ab und zu eine Blasenentzündung haben, sind Blasentees eine gut Lösung. Sie enthalten Kräuter, die harntreibend und desinfizierend auf die Harnwege wirken. Wenn Sie allerdings öfter unter einer Blasennetzündung leiden, sollten Sie mit zu viel dieser Tees auch vorsichtig sein, da durch die vermehrte Ausschwemmung es nicht nur zu vermehrter Ausscheidung von Wasser, sondern auch Mineralien, vor allem Kalium kommt. Dies kann zu vielerlei Störungen, Krämpfen, Muskel- und sogar Herzproblemen führen. Der einzige Blasentee, der auf Dauer nicht dieses Problem erzeugt und auch bei bestehenden Nierenerkrankungen unbedenklich eingenommen werden kann, ist der „indische Blasentee“ Orthosyphon. Sie bekomme ihn als getrocknetes Kraut in der Apotheke. Kürzlich sagte mir auch eine Apothekerin, Bärentraubenblätter solle man nicht öfter als vier mal im Jahr einnehmen, weil sonst die Wirksamkeit der Bärentraube deutlich nachlässt.

Die Keime, die bei einer Blasenentzündung auftreten sind in der Regel ganz normale Darmkeime, die im Darm harmlos sind. Frauen sind für Blasenentzündungen oft anfälliger als Männer, da bei ihnen die Hernröhre erhelblich kürzer ist und der Weg, den die Keime also aus der Region um den After zur Blase zurücklegen müssen deutlich kürzer ist. Daher kann es nicht darum gehen, komplett keimfrei zu werden. Sie haben immer irgendwo Keime auf den Häuten und Schleimhäuten, das ist ganz gesund und normal. Dei Frage ist  entweder, wie es dazu kommt, das sie vermehrt den Weg die Harnröhre hoch finden. Dies wird begünstigt durch: zu wenig trinken, Verschmieren der Darmkeim in richtig Harnröhreneingang beim Abwischen auf der Toilette, beim Sex etc. auch zu selterner Wechsel von Bettwäsche und Unterwäsche oder zu geringe Waschtemperatur ist ein Risikofaktor. Ebenso schädlich ist, wenn diese Wäsche aus Synthetik besteht und nicht atmen kann. Die meisten Darmkeime sind anaerob und bei mehr Belüftung, weniger Reibung, Stau von Hitze und Feuchtigkeit, haben sie schlechtere Verbreitungschancen.

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, dass Darmkeinme über den Lymphweg in die Blase finden. Das kann man leider weder einfach nachweisen noch direkt unterbinden, man kann allerdings den Lymphfluss anregen z.B. durch Colon-Hydro-Therapie. Wenn der Verdacht besteht sollte man jedenfalls dann alles gegen ihre Ausbreitung bzw. für die Immunabwehr tun.

Eine Entzündung kann allerdings auch einen indirekten Weg nehmen, durch eine Art Energiestau und Überhilzung von Bauch oder Unterleib. Dies kann sowohl bei zu einseitiger hitzefördernder Ernährung (Chili …) der Fall sein, als auch bei der sogeannenten „Flitterwochen-Cystitis“. Hier entsteht eine Blasenentzündung durch eine Überstrapazierung der Sexualorgane. Da die weiblichen Organe dabei die empfangenden Organe sind (und die männlichen die „spendenden“) entsteht also der Hitzestau folgerichtig auf der weiblichen Seite, während die männliche Seite sich dabei eher erschöpft. Eine Weile weniger sexuelle Aktivität oder mehr tantrisches Sexualleben ist hier meist recht bald hilfreich.

Auch mehr scheidenflorafreundliches Gleitmittel und Pflege der Scheide mit Hilfe von Calendulasalbe oder Milchsäurebakterienzäpfchen tut gut.

Umgekehrt kann aber auch auch Stau von sexueller Energie entstehen, wenn das gelebte oder nicht gelebte Sexualleben nicht die eigenen Bedürfnisse erfüllt.

In beiden Fällen gibt es auch sehr nützliche Akupressurpunkte, um die Energie wieder in einen harmonischen Fluss zu bewegen. Oft sind diese Punkte auf der Inneseite der Beine. Milz-Pankreas 9, unterhalb des Knies ist so sehr oft hilfreich für Frauen und Milz-Pankreas 10 oberhalb des Knies für Männer bzw. ihre Prostata. Meridianmassage kann sehr gut helfen, die Energien wieder sinnvoll zu verteilen und hilft meist auch dann, wenn Akupunktur keine Wirkung zeigt, weil die Energiebahnen und ihre sie begleitenden Fascien erstmal mit Bindegewebsmassage wieder freigemacht werden müssen um druchlässig zu sein.

 

Die seelischen Aspekte der Harnblase

Nach der traditionellen chinesischen Medizin werden Niere und Blase oft in Zusammenhang gebracht mit den Emotionen Angst und Furcht. Freiheit von Angst und Frucht heiß im Gegenteil dazu Vertrauen, Annehmen, Loslassen, Genießen können.

Nach meiner persönlichen Beobachtung steht die Blase als das Yang-Organ dieses Organpaares auch mehr mit den Yang Aspekten der Ausscheidung in Zusammenhang. Wenn wir andere Säugetiere, z.B. Hunde und Katzen beobachten, können wir deutlich sehen, dass die Blasenentleerung auch etwas zu tun hat mit dem Thema Revierbehauptung. Nicht nur Rüden, auch Hündinnen markieren ihr Revier mit ihrem Duft und jeder Hund, der vorbeikommt, „liest die Zeitung“ und erkennt an den Spuren an der Ecke, wer hier vorbeigekommen, ist ob diese/r krank, fruchtbar oder läufig war und interesseirt sich entsprechend intensiv für diese hinterlassenen Botschaften.

So gibt es im Deutschen jeden Menge Redewendungen, die die emotionale Bedeutung von Urin spürbar werden lassen: In „Verpiss Dich!“ oder „das pisst mich an!“ klingt deutlich Ärger und Abgrenzung. „Du Pisser!“ drückt auch aus, dass der andere wohl Angst hat. „Das hab ich so im Urin.“ sagen wir, wenn wir ausdrücken wollen, dass wir ganz tief und unbewusst etwas intuitiv / instiktiv spüren können.

Wenn Sie also häufiger Blasenentzündungen haben, spüren sie doch mal in einer ganz freundlichen und offenen Art und Weise nach, ob das vielleicht immer wieder ähnliche Situationen sind, die eine Blasenentzündung nach sich ziehen? Hat es vielleicht mit Situationen zu tun, bei denen Sie sich nicht genug wahrgenommen fühlen oder ihre Autonomie und Selbstbestimmtheit von anderen tatsächlich oder auch nur scheinbar eingeschränkt wird? Fühlen sie sich herumgeschubst, ungeschütz oder nest-los? Gibt ihnen die Erkrankung die Möglichkeit, Bedürfnisse auszuleben, die sie sich sonst nicht ausreichend erlauben, wie z.b. Ruhe, Schutz, eigenen Raum, Rückzug, Wärme, Geborgenheit, Selbstbestimmtheit...?

Wundern Sie sich nicht, wenn spontan erstmal kommt: „Nein, alles ok.“ Die Blase ist sehr weit unten, weit weg vom Kopf und vom Bewusstsein. Es kann sehr gut sein, dass es gerade die Gefühle sind, die sie selbst nicht mögen oder nicht zugeben wollen, weil wir ja sonst so vernünftig und kontrolliert sind.

Legen Sie sich entspannt und warm eingepackt hin, legen sie die linke Hand liebevoll und wärmend auf den Unterbauch und sprechend sie mit einem Teil ihres Unbewussen, als würden sie mit einem verletzten, trotzigen kleinen Kind verständnisvoll und liebevoll sprechen „Was hast Du denn?“ „Willst du mir etwas mitteilen?" „Was brauchst Du wirklich?“. Kann sein, dass es eine Weile braucht, kann auch sein, therapeutische Unterstützung wäre hilfreich.

Aber es lohnt sich. Ihr Körper - das sag ich nun mal so deutlich - er ist ja nicht doof. Er hat seine Gründe und er hat seine Botschaften. Es lohnt sich, sich mit sich und seinen unbewussteren Schichten bekannt zu machen und neue Freundschaften einzugehen. Wenn Sie ihrem inneren Kind vermitteln können: Es ist alles gut, ich bin ja für dich da und ich sorge für deine Bedürfnisse, dann entspannt es sich auch wieder. Dann kann sein, die ganze Blasenentzündung löst sich in kürzester Zeit auf und sie können jedesmal schneller dahinter kommen, wie sie sich und ihren unbewussten Schichten helfen können.

Wenn Sie das angesprochen hat, Sie aber nicht weiterwissen, scheuen Sie sich nicht, mich einfach mal anzurufen und darüber zu sprechen, was sie berührt und wie Sie selbst - oder mit Untersützung - naturheilkundlich oder therapeutisch weiterkommen können.

Alles Gute!

 


 

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